Carbon Obelisk

Informationen zum Werk

  • Titel: Carbon Obelisk
  • Künstler: Rita McBride
  • Genre: Skulptur
  • Standort: Emscherradweg nördlich der Schurenbachhalde
  • entstanden: 2010
  • eingetragen: 18. August 2017

Die amerikanische Künstlerin Rita McBride präsentierte im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 eine ca. 14 Meter hohe Skulptur, die aus kohlefaserverstärktem Kunststoffbändern besteht, die rautenförmig übereinandergelegt worden sind.
Der Titel des Werks „Carbon Obelisk“ bezeichnet die Form und das Material der Skulptur. Gelegen auf einem kleinen Grünstreifen am Emscherradweg ergeben sich Bezüge zwischen den Obelisken und der Umgebung. Der Obelisk thematisiert die sich verändernden Strukturen der Emscherregion, vom Kohleabbau bis hin zum industriellen Forstschritt.
Das Material Carbonfaser verweist auf die Steinkohle und verbindet somit Werk und Ort. »Carbon« bezeichnet nicht nur ein Material, sondern auch eine Periode der Erdgeschichte, in der vor über 300 Millionen Jahren die Entstehung der Steinkohle begann.
Für die Künstlerin ist das Spiel mit Titel und Form der Arbeit sowie mit der Erwartung an einen traditionellerweise massiv gearbeiteten Obelisken entscheidend. Dieser Obelisk ist hohl und leicht und hat eine völlig ungewohnte Anmutung. Die vertraute Form verbindet sich hier mit dem Material der Zukunft, das zugleich seine Grundlage in der Erdgeschichte hat. In direkter Nachbarschaft zur Schurenbachhalde, die aus mit der Kohle gefördertem überschüssigem Gestein besteht, wirkt die Weggabelung an der Emscher auf den ersten Blick nicht gleichermaßen prominent wie die weithin sichtbare Halde, die die Bramme für das Ruhrgebiet des Künstlers Richard Serra seit 1998 präsentiert. Doch steht auch die Weggabelung repräsentativ für einen Ort mit veränderter Funktion, an dem sich die Emscher, einst Abwasserfluss der Industrie, heute ebenso wie die Abraumhalde zu einem Bereich der Erholung entwickelt. Rita McBride markiert den sich verändernden Ort durch die Skulptur, damit schärft sie unsere Wahrnehmung und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Aspekte des kulturellen Wandels in der Region.

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